Veganes und Nachhaltiges Camping

Der Heidehof Radenbeck

Unser Jahres-Sommer-Urlaub führte uns dieses Jahr mit unserem Wohnwagen auf zwei wirklich schöne Camping Plätze. Der Erste war der Heidehof Radenbeck von dem ich auf https://camping-mit-kind.de/ gelesen hatte. Der Platz wirbt auf der Website schon mit Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, dass passte ganz gut. Wir wurden nicht enttäuscht. Ökostrom, Regenwasser für die WC’s, Mülltrennung. Leider hatte das kleine vegetarisch/vegane Cafe aus privaten Gründen die ganze Zeit geschlossen. Vor allem für mich war das sehr schade, da ich mich ja seit einiger Zeit vegan ernähre und mich über Inspirationen gefreut hätte. So habe ich meine Phantasie genutzt und einige Gerichte auf dem Grill und unserem kleinen Wohnwagenherd gezaubert. Wer noch nie Wohnwagenurlaub genossen hat, muss sich drei Fakten bzgl. Kochen immer vor Augen halten:

  1. Die Unterbringung von gekühlten Lebensmitteln ist sehr beschränkt, da der Kühlschrank sehr klein ist. Das Gute am veganen Essen ist aber, dass ich nicht viele Frische-Lebensmittel brauchte, da Käse, Joghurt und Fleisch für mich wegfielen.
  2. Die Unterbringung von Obst, Gemüse und trockenen Lebensmitteln ist einfacher, aber auch immer noch begrenzt, da der Schrankplatz gering ist. Ich bin später dazu übergegangen eine Kiste mit Obst und Gemüse unter dem großen Bett zu lagern. Das funktioniert super mit Kartoffeln, Möhren, Kohlrabi uvm.
  3. Gerade Obst sollte man alle zwei Tage frisch kaufen und dafür lieber weniger. Der Wohnwagen heizt sich tagsüber gern auf, ist aber trotzdem feucht. Dadurch verdirbt das Obst viel schneller als zu Hause.

Zum Glück gab es ca. 15 min entfernt einen relativ gut sortierten EDEKA. Dort habe ich ca. alle zwei Tage neues Obst und Gemüse gekauft. Leider konnte ich mich während des Urlaubs nicht glutenfrei ernähren, da entsprechende Ersatzprodukte immer Zusätze enthält, die ich auch meide, bzw. auf die ich allergisch reagiere. So habe ich mich morgens für einfache laktosefreie aber glutenhaltige Brötchen zum Frühstück entschieden. Die vegane Ernährung habe ich bis auf zwei Ausnahmen – ein sehr leckeres Matjesbrötchen in Pepelow und Honig in meinen Tee – durchgehalten. Theoretisch kann man im Campingurlaub auch sehr gut Gewürze mitnehmen. Da ich auf viele Gewürze kreuzallergisch auf Beifuss reagiere, habe ich mich ausschließlich auf Meersalz und Zitronensaft zum Würzen beschränkt. Ansonsten hätte ich mich vermutlich für Kreuzkümmel (liebe ich sehr und verringert die blähende Wirkung der Hülsenfrüchte), Koriandersamen (sehr intensiv, aber wer Koriander mag, braucht das im Curry!) und Pfeffer.

Die meisten Rezepte enthalten als Beilage Reis, glutenfreie Nudeln oder Pellkartoffeln. Diese habe ich mir vorab in underem Biomarkt in Rostock besorgt. Die glutenfreien Nudeln oben auf dem Bild wurden mit Zitronensaft, Meersalz und veganem Pesto abgeschmeckt. Als Eiweißlieferanten habe ich weiße Riesenbohnen aus der Dose gewählt. Dazu gab es gegrillte Zucchini. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die runden Zucchinis aus dem Biomarkt meist etwas aromatischer auf dem Grill werden als die länglichen, aber sie waren bei unserer Abreise leider vergriffen. Das Gericht ist durch den frischen Zitronensaft sehr frisch und leicht. Die vegane Pestocreme mit Hülsenfrüchten von Veganica (https://www.my-veganica.world/) war mein treuer Begleiter beim Campen. Natürlich hätte ich auch die Gewürze einzeln mitnehmen können, aber die cremige Konsistenz gefällt mir sehr gut. Und ich vertrage das Pesto gut in Maßen.

Zweimal während der Camping Zeit gab es grünen Salat mit roter Beete, Kidneybohnen und Mais von der Salatbar von Edeka. Ich finde die Portionen sehr praktisch, besonders wenn nicht der Platz da ist angefangene Konserven zu kühlen. Um die Plastikschalen zu vermeiden, sind eigene Behälter sehr praktisch. Manchmal gucken die Mitarbeiter noch komisch, aber es wurde mir bisher noch nie verboten. DasTara ist dementsprechend natürlich zu klein, aber die paar Cent bezahle ich gern, wenn ich dadurch weniger Platikmüll produziere. Zu dem Salat gab es Reis als Beilage. Abgeschmeckt habe ich wieder mit Pesto, Olivenöl, Zitronensaft und Meersalz.

Kichererbsen mit Zucchini und Zitronensaft und Restkartoffeln vom Vortag

Meistens hat das Essen für zwei Tage gereicht. So war es auch bei meinen Nudeln mit Kichererbsen, Zucchini und Zitronensaft und den Restkartoffeln vom Tag zuvor. Auf dem Bild oben sieht man auch die wirklich engen Verhältnisse auf dem Herd. Es passen eine kleine Pfanne, ein großer Nudeltopf und ein kleiner Topf auf den Herd. Mehr Kochutensilien haben wir daher auch gar nicht. Gegrillt wurde natürlich auch regelmäßig alle paar Tage und dann meist 2-3 Tage hintereinander, um alle geöffneten Packungen aufzubrauchen und keine Lebensmittel wegschmeißen zu müssen. Dabei haben wir vor allem Paprika (für meine Tochter), Pilze, Zucchinis, Kartoffeln und Süßkartoffeln gegrillt.

Zu Pfingsten und Himmelfahrt waren wir bereits campen und grillen und hatten das Glück in der Spargelzeit zu verreisen. Dadurch war überall leckerer grüner Spargel zu bekommen und dieser landete direkt auf dem Grill. Das kann ich nur empfehlen!

Unsere zweite Station war Pepelow am Salzhaff. Der Ort an dem ich zu Himmelfahrt die Entscheidung getroffen habe mich in Zukunft vegan zu ernähren. Das Salzhaff ist fantastisch für kleine Kinder, da das Wasser endlos flach ist und die Kinder so super plantschen können. Und die Erwachsenen können SUPen, Surfen und Kiten. Eigentlich eine sehr gute Mischung. Ich muss allerdings gestehen, dass ich trotz Wassersport-Vermissen keine Zeit, bzw. nicht die richtige Lust hatte aufs Wasser zu gehen. Der Campingplatz ist deutlich größer und auch lauter als der Heidehof, aber der Spielplatz ist größer und dieses Mal wurde auch Kinderbetreuung angeboten. Das hat uns den Aufenthalt noch einmal versüßt, weil mein Schatz und ich so einige Minuten jeden Tag allein hatten, was auf einem Campingausflug sonst nie möglich ist.

Strand bei Pepelow

Der Campingplatz recycelt auch und man kann die Wohnwagenklos ohne Chemie reinigen lassen, was ich sehr gut finde. Ansonsten ist es ein sauberer aber nicht besonders nachhaltiger Campingplatz. Ich muss allerdings auch zugeben, dass es ja an jedem selbst liegt, wieviel er recycelt oder auch nicht. Wir achten auf Glas-, Plastik- und Restmüll. Biomüll habe ich bisher bei keinem Campingplatz entdeckt.

Zwischendurch habe ich auch gar nicht gegrillt, sondern nur ein Pfannencurry für mich gekocht, bestehend aus Süßkartoffeln, Kidneybohnen, Avocado, Kokosmilch, Zucchini und Reis. Auch hier war die Zitrone mein Hilfsmittel der ersten Wahl und hat geholfen, dem Gericht mehr Frische zu geben.

Bei schlechtem Wetter haben wir gern Kaffee und Tee getrunken, ansonsten das Wasser aus dem Wasserhahn. Letztes Jahr waren wir zum ersten Mal mit unserem Wohnwagen unterwegs und campten in Saal am Saaler Bodden. Dort gab es kein Trinkwasser am Platz, weil alles sehr minimalistisch gehalten wurde. Dabei habe ich erkannt, dass es Gold Wert ist, wenn man sein Wasser aus der Leitung kriegt und nicht Plastikflaschen/kanister kaufen muss und somit Unmengen Müll produziert! Und bei den meisten Plätzen ist dies zum Glück möglich.

Fazit: Campen ist eine sehr nachhaltige Art mit der Familie zu Verreisen. Der Wohnwagen kostet bei dem Spritverbrauch zwar seine 4-5l/100km mehr im Vergleich (ohne Wohnwagen brauchen wir 5l/100km und mit Wohnwagen ca. 8.5-10l/100km). Aber wenn man nicht allzuweit weg fährt ist der Verbrauch überschaubar. Bisher war die weiteste Entfernung bei uns 300km und das hat für 1.5 Wochen voll ausgereicht um einiges zu erleben und neue Ecken in Norddeutschland zu entdecken. Auch bei den Verpackungen beim Essen haben wir sehr darauf geachtet, wenig Müll zu produzieren und wenig Restessen wegzuwerfen. Insgesamt eine schöne und entspannende Art Familienurlaub zu machen und dabei nachhaltig zu leben und zu essen.

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