Eliminationsdiät zur Ermittlung von Nahrungsmittelallergien-kein Zucker, kein Koffein

Meine Tochter und ich waren am Wochenende zu einem Mädels-Trip am Weißenhäuser Strand. Wir waren im Subtropischen Badeparadies, danach Kaffee und Eis essen und abends gab es Fernsehen auf dem Zimmer. Wir hatten sehr viel Spass. Und dann kam die Nacht, in der ich beschloss, nun doch endlich die Eliminationsdiät oder auch Kartoffel-Reis-Diät auszuprobieren um die Nahrungsmittel auszuschließen, gegen die ich empfindlich reagiere. Denn: ich kratzte die ganze Nacht meine Hände auf, um dann mit Schmerzen im Bett zu liegen und nicht schlafen zu können. Am nächsten Tag war ich unausgeruht und müde. Also fing ich am Sonntag Abend mit der Diät an. Ich genehmigte mir Kartoffeln, Reis, Olivenöl, Meersalz und Fencheltee. Das bedeutete kein Zucker, kein Koffein, kein Gluten und keine verarbeiteteten Lebensmittel. Diese Diät ist dafür geeignet eine Histaminintoleranz zu erkennen. In diesem Artikel geht es um meine ersten Erfahrungen mit dieser Diät.

Das Wochenende mit meiner Tochter, bei dem ich beschlossen habe, weiter nach den Allergieauslösern zu suchen und nicht aufzugeben!

Ich habe vor einiger Zeit bereits auf Zucker verzichtet, mithilfe des Buches von Sarah Wilson „Goodbye Zucker“. Den „Entzug“ fand ich harmlos im Vergleich zu den bisherigen „Koffeinentzügen“ – jedesmal war ich müde, gereizt und nicht zu ertragen. Daher hatte ich dieses Mal Glück, dass ich zurzeit „nur“ meine Promotionsverteidigung vorbereiten muss. Denn diese Woche war geprägt von Müdigkeit, körperlicher und geistiger Schlappheit. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht überdurchschnittlich viel Koffein zu mir nehme: 2-3 Kaffee am Tag und manchmal, inzwischen sehr selten statt des dritten Kaffees eine kalte Cola (0.5l). Aber mein Kreislauf war immer schon sehr niedrig und das merke ich vor allem, wenn ich auf Kaffee verzichte. Am Freitag war der erste Tag, an dem ich mich langsam wieder wie ein Mensch fühlte. Jeden Tag musste ich mich wenigstens für zwei Stunden Mittags hinlegen, damit ich nicht auf dem Spielplatz einschlafe. Trotz des Mittagsschlafs war ich auf dem Spielplatz bei weitem nicht die unterhaltsame Mama wie sonst. Ich war schnell überfordert von den anderen Muttis und war jedes Mal froh, wenn ich wieder auf meinem Sofa saß und die Kinder schliefen. Ich war richtig lethargisch. Ein Zustand der mir sonst eher unbekannt ist, da ich immer etwas finde, was zu tun ist. Das macht also Essens- und Koffeinentzug mit einem. Noch nie wurde mir der Zusammenhang zwischen Ernährung und meinem Wohlbefinden klarer als in diesen Tagen! Mir fehlen Vitamine und Nährstoffe um Kraft zu haben für meinen Alltag. Auf Koffein kann ich dauerhaft verzichten, dass weiß ich von früheren „Entzügen“, aber auf mein gesundes Essen und eine kleine feine „Vielfalt“ nicht.

Alles worauf ich verzichten musste: Gluten, Zucker, Koffein, alle verarbeiteten Lebensmittel und auch einiges an Obst und Gemüse

In den ersten Tagen hatte sich die Haut an meiner rechten Hand beruhigt. Immernoch etwas gerötet, aber nicht mehr juckend. Leider war meine linke Hand nicht so entspannt, sondern nach zwei Tagen wieder rot und juckend – vor allem nachts. Das Bild der Neurodermitis ist leider! umfangreich und vielseitig: welche Auslöser bei mir vorhanden sind, weiß ich immer noch nicht zur Gänze, aber ich forsche und ermittle. Bisher weiß ich: ich reagiere auf reguläres Shampoo, weshalb ich „only water“ für meine Haarpflege nutze, ich habe ein spezielles Duschgel mit ausschließlich natürlichen Zusätzen und ich wasche unsere Wäche ausschließlich mit Waschnüssen (Zu diesen Themen werde ich in einem seperaten Post noch einmal genauer eingehen). Und ich bin überzeugt: meine Ernährung ist der wichtigste Baustein in diesem Puzzle!

Gesunde und bunte Ernährung ist so wichtig! Für die Gesundheit und die Psyche.

Ich habe vor ca. 1,5 Jahren bereits eine Ernährungsberatung besucht (nach DGE) und war danach enttäuscht. Sie hat mir zugehört und ich fühlte mich dadurch besser, aber im Nachhinein hat sie mir keine neuen Informationen gegeben und sich ausschließlich auf die IgE vermittelte Kreuzallergie mit Birke und Beifuss bezogen, die mir von einem Allergologen in der Uni-Klinik (nach ca. 4 vorherigen niedergelassenen Ärzten) bescheinigt wurde. Die Kreuzallergie schließt gefühlt alles ein an Gemüse, Obst und Kräutern. Es gab eine Liste mit Vermeidungs-Lebensmitteln und eine mit erlaubten Lebensmitteln. Das wars. Keine Rezeptvorschläge. Kein Vorgehen für die nächsten Wochen inkl. Wochenplänen, um die Vitamin- und Nährstoffzufuhr zu decken. Histaminintoleranz wurde verworfen – warum auch immer. Auch andere ganzheitliche Ansätze der Ernährungstherapie wurden ignoriert. Und ob ich auf die Lebensmittel der Liste reagiere, weiß ich nur durch selbst testen. Ich wurde allein gelassen. Die Reaktion kann pro Lebensmittel aber sofort oder innerhalb von 48h passieren. Es ist also im Alltag mit vielen verschiedenen Lebensmitteln fast unmöglich herauszufinden wogegen man reagiert, wenn es mehr als ein Lebensmittel ist. Ich weiß bisher 100%ig, dass ich auf Milch und Milchprodukte reagiere und auf Sojaprodukte. Seit meiner Kindheit auch auf rohe Möhren, Pastinaken und Kartoffeln. Gekocht waren diese Lebensmittel bisher kein Problem, da die Allergene hitzeinstabil sind, d.h. sie sind nach einer hohen Hitzeeinwirkung nicht mehr allergen. Seit neuestem reagiere ich mit Bauchschmerzen und Krämpfen auf gekochte Möhre. Zudem sind Nachtschattengewächse wie Tomate und Paprika ein Problem. Deshalb auch die Eliminationsdiät. Der Körper – vor allem der Darm – muss erst einmal herrunterfahren und zur Ruhe kommen – idealerweise ohne jegliche Allergene. Danach kann man ihn mit verschiedenen Lebensmitteln „provozieren“. Ich habe mir inzwischen viel selbst angelesen über gesunde Ernährung, bzw. durch meine Weiterbildung zur holistischen Ernährungsberaterin viel gelernt. Wenn man Ernährung ganzheitlich angeht, dann ist die Eliminationsdiät nicht die beste Wahl um den Darm zu heilen. Der Körper erhält bei der Diät nicht genug Vitamine, Nährstoffe und Antioxidantien um sich gegen freie Radikale zu wehren. Aber um eine Histaminintoleranz zu bestätigen, bzw. auszuschließen ist sie das Mittel der Wahl.

Fazit nach 2 Wochen

Die Eliminationsdiät ist für eine Woche gut aushaltbar. Zum Frühstück und Abendessen gab es Reis mit Olivenöl und Meersalz. Dazu gabs Fencheltee oder stilles Wasser. Mittags gab es meist Bratkartoffeln mit Reis. Wie gesagt, eine Woche war nicht so das Problem und danach schmeckt jedes Gemüse und Obst sehr lecker und so süß. Der Koffeinentzug hat bei mir ca. 6 Tage gedauert und mich sehr gefordert. Die Schlappheit kam aber ziemlich sicher von den wenigen Lebensmitteln und dadurch von zu wenigen Nährstoffen. Man könnte Nährstoff- und Vitaminpräperate nehmen, aber da bei einer Histaminintoleranz auch Füll- und Zusatzstoffe problematisch sind, ist es nicht zu empfehlen. Die Eliminationsdiät eignet sich nicht zur Gewichtsabnahme, allerdings ist ein Verzichten auf Zucker und Koffein ein erster Schritt in Richtung Gewichtsregulierung und einer ganzheitlichen Gesundheit und daher immer zu empfehlen!

Interessanterweise wurden meine Hände mit der Eliminationsdiät nicht besser, sondern eher immer schlimmer. Histamin ist bei mir also nicht der Auslöser meiner Neurodermitis. Ich probiere jetzt die Lebensmittel der Vermeidungs-Liste für die Kreuzallergie Birke/Beifuss wegzulassen und langsam wieder verschiedene Gemüsesorten, bzw. Getreide in meinen Speiseplan aufzunehmen, um meinen Körper zu stärken und mich gegen die freien Radikale mit Antioxidantien zu schützen! Ausserdem führe ich eine Darmreinigung mit Zeolith durch und nehme Vitamin B12 und Vitamin D zu mir um Schadstoffe zu binden und auszuleiten und meinen Vitaminspiegel aufzufüllen. Auch das verwendete Olivenöl hab ich gegen Rapsöl getauscht, da Oliven, bzw. deren Produkte bei einer hohen Sensibilität der Kreuzallergie auch Probleme machen können. Es bleibt also spannend.

Den Ernährungstagebuchvordruck den ich zur Analyse verwende findet ihr hier.

So sieht mein Abendessen die letzten zwei Tage aus, bis auf die Brombeeren. Ich bin so glücklich über den „Mehr“ Geschmack. Zusätzlich gebe ich Leinsamen und -öl auf das Porridge als Antioxidant gegen die freien Radikale!

Nachtrag: Die Sojaallergie auf die ich mit einem allergischen Schock reagiere, ist erst nach dem Testen von dem Protein Gly m 4 ermittelt worden, weil in den normalen Soja-Testungen dieses Protein untersurchschnittlich viel enthalten ist und es so zu einem falsch negativen Ergebnissen kommen konnte. Das passiert leider sehr häufig bei Soja. Wer eine Sojaallergie vermutet sollte beim Arzt darauf drängen, dass gegen dieses Protein einzeln ebenfalls getestet wird! Leider wird bei den Testungen nicht auf alle möglichen Lebensmittel eingegangen – das gilt dann als Selbstzahlerleistung (und auch da sind nicht alle allergenen Proteine enthalten). Dazu muss auch gesagt werden, dass die Zuverlässigkeit der IgE Testungen nicht 100%ig ist, es treten immer wieder falsch positive oder negative Ergebnisse auf.

Quellen:

  1. Heinz Lamprecht, Dipl. Umweltnaturwissenschaftler ETH : https://www.histaminintoleranz.ch/de/therapie_ernaehrungsumstellung.html#diagnostisch
  2. Institut für Ernährungsmedizin: https://www.mri.tum.de/sites/default/files/seiten/histaminintoleranz_essen_und_trinken.pdf
  3. Selbsthilfe Gruppe Mastozytose und Histaminintoleranz Köln/Bonn/Siegen : https://www.mastozytose-histamin.de/f%C3%BCr-%C3%A4rzte-und-den-arztbesuch/histaminintoleranz-histaminunvertr%C3%A4glichkeit/eliminationsdi%C3%A4t/
  4. Sojaallergie: Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen; Lothar Jäger, Brunello Wüthrich, Barbara Ballmer-Weber, Stefan Vieths
  5. Lebensgefahr –Erdnuss- und Sojaallergie besser beurteilen; PD Dr. med. Johannes Huss-Marp https://www.inflammatio.de/fileadmin/user_upload/inflammatio/OF-Vortr%C3%A4ge/2013/2013_04_02_Erdnuss_SojaJHM9_oa.pdf
  6. DAAB: Kreuzallergie; https://www.daab.de/ernaehrung/nahrungsmittel-allergien/ausloeser/kreuzallergie/
  7. Zentrum für Gesundheit: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bio-antioxidantien-ia.html
  8. https://www.zentrum-der-gesundheit.de/kaffee-abgewoehnen-ia.html
  9. Akademie der Naturheilkunde: https://www.akademie-der-naturheilkunde.com/?utm_source=zdg&utm_medium=textlink&utm_campaign=zdg_textad&utm_content=FernstudiumanAkademielink

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