Mutter-Kind-Kur beantragen – ist gar nicht schwer!

Bei mir ist es bald soweit: Ich fahre im Januar mit meinem Lütten auf Mutter-Kind-Kur nach Usedom. Ich wollte das schon so lange machen – eigentlich seit 2 Jahren. Aber meine Hausärztin hat mir vorsorglich abgeraten, solange mein Kleiner nicht mindestens 3 Jahre alt ist. Ja, ich weiß! Genau das Alter unter 3 Jahren ist das Alter wo wir Mütter Hilfe brauchen, Unterstützung. Und sie normalerweise in der heutigen Zeit nicht mehr kriegen, weil unsere Familien sehr oft nicht direkt nebenan wohnen, sondern mitunter Stunden entfernt leben. Und ein weiteres Problem: Unsere Eltern arbeiten sehr oft noch. Oder wollen einfach Ihr Leben genießen oder beides.

Mein Kleiner und ich fahren zur Mutter-Kind-Kur!

Aber unter 3 Jahren sind Kinder anfälliger für Erkältungen und Kinderkrankheiten. Meine Erfahrung ist, dass es mit 3-4 Jahren deutlich seltener zu schwerwiegenden Erkrankungen kommt (heißt: alles was nicht Kitafähig ist und somit auch nicht Kur-fähig). Und bei meiner 7-Jährigen ist es wirklich schon sehr angenehm. Sie ist kaum noch krank. Und wenn ich mir einige Erfahrungsberichte von Mutter-Kind-Kuren anhöre, wird hauptsächlich von rotzenden und kranken Kindern (vor allem im Winter) berichtet, die dorrt nicht in die Kinderbetreuung gehen können und mit denen man stattdessen krank auf dem Zimmer hockt.

Und Kinder unter drei haben es teilweise auch schwerer in der Kinderbetreuung. Das kommt allerdings sehr aufs Kind an. Meine beiden wären im Alter unter 3 Jahren niemals ohne Mama dorthin gegangen und schon gar nicht geblieben. Wir haben einmal ein Kinderhotel gebucht – da war mein Kleiner 2 Jahre ca. und die Große dementsprechend 5 Jahre alt. Bei Ihr war das kein Problem, er hat 30min durchgehalten vor dem ersten und damit letzten großen Weinen und einem gefolgten Anruf bei uns, mit der Bitte Ihn abzuholen. Sagen wir mal so, das Hotel war schön, aber die Mehrkosten für die Kinderbetreuung hätten wir uns damals schenken können.

Es war also nicht daran zu denken, groß früher zu fahren als jetzt. Und seit einem Jahr überlege ich hin und her mit der Kur. Der erste Gedanke war: ich brauche Ruhe und Zeit für mich! Um runter zu kommen, zu meinem Inneren zu finden. MUTTERKUR. Meine Rettung? Nein, denn es gibt nur 5 Kurhäuser, die ausschließlich Mütter aufnehmen (und nein ich wollte nicht allein zwischen Müttern mit Kindern sitzen) und keine davon bietet (laut Broschüre) vegane und allergiegeeignete Kost an. Sehr schade. Also ging das nicht. Ich denke mir meine Allergien ja nicht aus und wenn ich mich die ganze Zeit Jucken muss, dann erhole ich mich auch nicht. Übrigens ein Kommentar einer Klinik, den ich respektlos fand: „Vegan ist auch so ein neuer Trend.“ – Bitte was? Es ist kein Trend, es ist eine Lebenseinstellung, eine Haltung. Im Übrigen wäre eine religiöse Ernährung möglich gewesen. Sollten wir Veganismus demnächst als Glauben anerkennen? Wäre vermutlich eine große Gemeinschaft 🙂

Und dann ist mein Sohn gerade auch so Mama-besessen, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass ich Ihn 3 Wochen alleine lasse. Also haben mein Mann und ich beraten: der Kleine kommt mit und die Große bleibt zu Hause – ist ja Schulzeit. Manche Einrichtungen bieten auch Schulunterrícht an, aber ich finde, sie in der ersten Klasse direkt mal 3 Wochen rauszunehmen, nicht so schön. Jetzt wo sie langsam angekommen ist. Sie kommen uns in der Mitte der Zeit für ein Wochenende besuchen.

Schulkind und so…

Bei dem Antrag geholfen und auch eine Übersicht der entsprechenden Kliniken/Kurhäuser gegeben hat mir die nette Mitarbeiterin der Caritas Rostock. Das Kennenlerngespräch war sehr angenehm und sie war sehr verständnisvoll. Ich habe ein Formular mitbekommen für meine Ärztin. Ich habe zu Hause bereits die Erkrankungen auf eine Kopie des Formulars geschrieben und meine Ärztin hat mit mir zusammen alles weitere Fachliche ausgefüllt. Sie war da sehr hinterher, da sie mir bereits vor einem Jahr eine Kur ans Herz gelegt hat. Das Formular musste nur noch bei der Caritas abgegeben werden und eine entsprechende Klinik ausgewählt werden. Zu diesem Zeitpunkt übrigens habe ich mich dann erst gegen eine reine Mutter-Kur und für eine Mutter-Kind-Kur entschieden. Sie hat den Antrag fertig gemacht und an meine Krankenkasse geschickt. Fertig.

Einige Wochen später bekam ich Post: Die Krankenkasse hat die Kur genehmigt, aber war mit der Wahl des Kurhauses nicht einverstanden. Ich habe eine Zusage für ein Partner Haus der Krankenkasse bekommen. Nun stellte sich das Problem, ob das Haus meine Ernährung gewährleisten kann (weil selberkochen nicht möglich ist) oder nicht. Wieder ein paar Telefonate und zwei Wochen später war klar: Ja es geht! Wir werden sehen, ob das wirklich möglich ist, wenn ich da bin. Das Haus sieht modern aus (im Internet) und hat die Indikationen auch auf Allergie, Asthma und Erholung gelegt. Ich werde im Februar einen Erfahrungsbericht posten.

Wir bleiben an der Ostsee – nach Usedom. Ich freu mich schon!

Noch ein paar hilfreiche Überlegungen von der Kur für euch:

  • Welche Art der Kur soll es sein?
    • Mutterkur ist für alle geeignet, die überfordert sind vom Alltag und raus müssen, um Kraft zu tanken. Aber die Kinder müssen gut versorgt sein im Alltag. Der Partner/die Familie muss das auch befürworten.
    • Mutter-Kind-Kur ist auch etwas für überforderte Eltern, aber es gibt nicht so viel Ruhe, da dort ja sehr viele Mütter mit Kindern sind und nicht jeder erzieht bedürfnisorientiert so wie wir. Mit schreiende, strengen Eltern wird man dort auch konfrontiert. Damit muss man dann klar kommen. Außerdem steht hier auch die Interaktion mit dem Kind auf dem Programm – mit dem Kind Unternehmungen machen, Zeit verbringen und sich im Zweifelsfall wieder näher kommen ohne den häuslichen Stress.
    • Vater-Kur und Vater-Kind-Kuren gibt es natürlich auch. Hier gilt das gleiche wie oben. Nur gibt es hier noch viel weniger Klinigen/Häuser die diese anbieten.
  • Wohin mit den Kindern bei einer Mutter-Kur? Wer betreut sie?
  • Soll die Familie zu Besuch kommen am Wochenende? Ist bei den Mutter-Kuren weniger gewollt, da der Abstand erholsam sein soll und zur Reflektion genutzt wird. Die Caritas Mitarbeiterin meinte, dass das meistens nicht gewollt ist von den Frauen, da die benötigte Ruhe durchbrochen wird.
  • Welche Krankenkasse habe ich? Wie offen sind sie für eine Mutter-Kind-Kur?
  • Vorab den Wunsch nach einer Kur mit der Hausärztin besprechen, damit diese schon Bescheid weiß.
  • Übrigens bei Mutter-Kuren beachten: mindestens 6 Monate vorher wird beantragt! Bei Mutter-Kind-Kuren geht es meistens schneller.

Weiterführende Hilfe:

  1. Müttergenesungswerk
  2. Caritas
  3. Kur.org

Nachtrag zur Mutter-Kind-Kur bei Arbeitslosigkeit (ALG I): Die Arbeitsagentur muss entsprechend  § 146 SGB III für 6 Wochen den Lohn fortzahlen bei Krankheit. Die Kur gilt als Krankheit, allerdings ohne Arbeitsunfähigkeitsschein vom Arzt. Den gibt es nämlich nicht. Da reicht das Schreiben der Krankenkasse für die Genehmigung der Kur.

Bei einem normalen Angestellten zahlt der Arbeitgeber weiter.

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