Sonne oder künstliches Licht? Wie verbringt Ihr die Corona-Zeit?

Was soll ich sagen – außer Corona halt. Ich schwanke zwischen heulen und lachen. Zwischen Glück und Frust. Zwischen Garten in der Sonne und künstlichem Licht des Laptops.

Wie – liebe Frauen und Muttis – macht ihr das nur? Homeoffice, Lehrerin, Köchin, Mama, Putzfrau und so vieles mehr… Diese Pandemie verlangt mir wirklich sehr viel ab. Ich sitze hier – mein kleines Kind weint und mein Mann: arbeitet, obwohl er gesagt, dass heute nichts gemacht werden muss. Tja, vorbei mit den schönen Vorsätzen. Aber er hat halt auch einen eigentlich 8h Job zu Hause zu absolvieren. Ich bin ja jetzt „nur“ selbstständig. Aber was heisst das jetzt? Das ich die Kinder allein händeln muss? Das höre ich nämlich sehr oft von Freundinnen. Der Mann arbeitet und einer muss sich halt kümmern. Meist sind es die Frauen. Ist das der Rückschritt zum „Frau am Herd“?

Bei uns gibt’s das nicht – meine Selbstständigkeit ist mir sehr wichtig. Außerdem möchte ich, dass meine Kinder etwas von mir und meinem Mann haben, aber ich möchte mich auch nicht überarbeiten und erneut an meine Grenzen kommen. Das kenne ich noch zu gut und die Symptome kommen jetzt schon wieder, Überarbeitung, Unausgeglichenheit bis zu „sich selbst verlieren“. Die Symptome übersehe ich manchmal, aber irgendwann schreit es förmlich aus mir heraus: „STOP, jetzt einen Gang zurück, sonst merkst du es nicht mehr nur geistig, sondern wieder körperlich.“. Die Symptome kennt vermutlich jeder von euch – Unausgeglichen, die Konzentration leidet, Vergesslichkeit, schnell kommt die Wut heraus und ich werde lauter. Später sind es dann Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schwindel und wenn es ganz schlimm läuft, werden meine Allergien, Unverträglichkeiten und meine Neurodermitis schlimmer.

Am Sonntag – nach sage und schreibe 6 Wochen Corona Quarantäne haben wir uns zusammengesetzt und einen Plan gemacht für die nächste Woche. Wann arbeite ich, wann arbeitet mein Mann. Der, der nicht arbeitet, kümmert sich um die Kinder. Und nur der. Mir bringt das Erleichterung und eine gewisse Planbarkeit. Wenn ich jetzt Kinderzeit habe, dann habe ich Kinderzeit. Alles andere steht hinten an und muss warten. So kommt jeder, wenn es gut läuft auf 3-5h Arbeitszeit am Tag. Je nachdem wie viel wir abends noch schaffen. Und am Wochenende wird ab jetzt mindestens ein Tag, wenn möglich frei sein. Bisher lief das eher unter Zufallsprinzip, wann wer arbeitet. Gleichberechtigt war das oft nicht. So ist es besser.

Mit unserer „schulpflichten“ Tochter machen wir jetzt übrigens ein Experiment. Die ersten Wochen hat sie sich wirklich noch voll motiviert an ihre Schulaufgaben gesetzt. Inzwischen weigert sie sich, wenn ich sage, dass jetzt Schulaufgabenzeit ist. Und ich verstehe es sogar: tausendmal K und k schreiben? Echt jetzt? Dafür liest sie gebannt und begeistert „Die drei ??? Kids“ und nicht die Lesen-Lern-Bücher, sondern die Richtigen. Und sie verstehts. Wahnsinn. Auch die Rechenaufgaben langweilen sie inzwischen. Die sind für sie viel zu leicht.

Nun zu unserem Experiment: sie kann selbst entscheiden, wann sie was lernen möchte. So ein bisschen Freilerner- Prinzip. Das hat mich schon seit einer ganzen Weile angesprochen. Ist aber in Deutschland, dank Schulpflicht verboten. Aber die ist ja ausgehebelt zurzeit. Keine Kontrolle. Zumindestens bei uns in der 1. Klasse. Ich habe aber auch zu Ihr gesagt, dass sie sich vor der Klassenlehrerin erklären muss, wenn es (wann und wie auch immer) wieder losgeht. Sie hat also ein bestimmtes Pensum – wirklich relativ wenig – kann aber frei entscheiden, wann sie was macht. Keine Kontrolle durch mich, sondern durch Ihren eigenen Anspruch und die Motivation, am Ende nicht die Schlechteste in der Klasse zu sein. Und diese Motivation ist bei Ihr sehr hoch. Anlass des Versuches war zum einen Ihr ständiges Maulen und zum anderen das Buch „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn (5-10 Jahre)“ von Danielle Graf und Katja Seide, die die Selbstbestimmung – was das Thema Schule angeht – ganz klar bei den Kindern sieht. Übrigens genauso wie das Thema Essen. Ich kann das Buch bisher nur empfehlen. Immer, wenn ich wieder kleine Brocken von dem Buch lese, kriege ich gute Laune und bin entspannter als vorher.

Über das Ergebnis werde ich berichten. Wie geht es euch mit diesem Irrsinn? Seid Ihr überfordert oder die Managerinnen der Krise? Schreibt gern ein paar Kommentare dazu.

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