Über mich

Ich bin Fine, eine zweifache Mami, Ehefrau, Schiffbau-Ingenieurin. Und ich bin auf der Suche nach mir und meinem Weg im Leben. Lange war ich nur eine Tochter, die immer funktionierte. Ich war die „Große“ – um mich musste man sich nicht kümmern. Ich überlegte lange, was ich studieren soll und entschied mich am Ende für Verkehrswesen mit dem Schwerpunkt Schiffbau. Wie ich genau dazu kam, wurde ich sehr oft gefragt und weiß es selbst bis heute nicht. Nach langem in mich hineinhorchen, war es vermutlich eine Mischung aus meinen Eltern gefallen wollen, Sicherheit durch einen gut bezahlten Job nach dem Studium und auch zeigen, dass ich genauso gut bin wie meine männlichen Freunde. Im Studium ging es lange nur darum so schnell wie möglich unabhängig von meinen Eltern zu werden – ich mochte die finanzielle Abhängigkeit nicht. Ich mochte Schiffe und das Lernen neuer Dinge sehr gerne. Man könnte sagen, dass ich Wissensdurstig war. Am Ende des Stuidums habe ich den Spass am Leben wieder neu entdeckt, durch meine Freunde und Sport (Beachvolleyball spielen, Segeln lernen) und Konzerte besuchen. Da war mir schon klar, mein Motto ist: „Arbeiten um zu Leben und nicht Leben um zu arbeiten.“

Ich ging nach dem Studium nach Rostock, um dort zu promovieren und an der Universität zu arbeiten. Ich lernte meinen jetztigen Mann kennen und lieben (ebenfalls Schiffbauer). Wir verliebten uns und zogen nach 8 Monaten zusammen. Etwa zur gleichen Zeit wurde ich mit meiner Tochter schwanger. Absolut gewollt. Es passte alles. Ich verdiente Geld, er noch nicht, hatte aber einen Job in Aussicht. Immer im Kopf, dass ich genauso gut sein will wie meine männlichen Kollegen. Dass es nichts macht, ein Kind zu bekommen. Ich wollte nach 10 Monaten wieder arbeiten gehen um meinen Chef zu überzeugen, dass ich den Uni-Haushaltsjob bekomme sollte und „gut genug“ dafür bin. Immer wieder dieses Buhlen nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Das begleitet mich mein ganzes Leben schon. Ebenso wie das Ausbeuten meines Körpers: im Studium Alkohol und Zigaretten und nach den Geburten Schlafmangel, wenig Selbstfürsorge, schlechtes Essen, wenig Sport. Nach der Geburts meines zweiten Kindes wurde ich gestoppt. Von meinem Körper. Ich bekam sehr starke Neurodermitis an den Händen, Bauchweh, Durchfall. Ich habe viele Ärzte besucht, viele hatten keine Ahnung was mir fehlt und hatten weder Zeit noch Lust es herauszufinden. Währenddessen habe ich mich viel mit dem Thema Ernährung beschäftigt. Was sie kann und wie man sie nutzen kann, um gesund zu werden. Außerdem haben sich meine Prioritäten geändert: Weg von Karriere hin zu Familie. Alles was ich früher furchtbar fand und nicht in frage kam, Vollzeitmama, Halbtagsjob, wurde für mich immer attraktiver. Letzten Sommer haben mein Körper und mein Geist dann fast komplett aufgegeben – ich stand kurz vor einem Mutter-Burnout. Ich ging zur Verhaltenstherapie, machte einen MBSR (Achtsamkeit) Kurs, fing an zu meditieren und achtsamer mit meinen Kindern und mit mir umzugehen. Dabei habe ich viel über mich herausgefunden, wie dass ich die meiste Zeit eine Rolle gespielt habe, um zu gefallen und Anerkennung von außen zu erhalten. Aber das wirklich wichtige ist, dass ich mich selbst liebe und akzeptiere. Das hat viel verändert. Und viel in unserem Leben als Familie bewegt. Ich gehe meinen Weg immer mehr in Richtung Nachhaltigkeit, Minimalismus, Bedürfnisorientiert und achtsam erziehen.

Beruflich habe ich vor zwei Monaten eine Weiterbildung zur holistoischen Ernährungsberaterin an der Akademie der Naturheilkunde begonnen, um meinem Leben eine neue Richtung zu geben. Noch weiß ich nicht, wohin mein Weg mich führt, aber ich freue mich, wenn Ihr mich begleitet!